Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckten Weiss und Lapicque dank ihrer genialen Experimentierfreudigkeit die Grundlagen der Elektrostimulation. Sie setzten den Strom über eine sehr kurze Dauer (0,23 ms bis 3 ms) ein, indem sie den Stromkreis mit einer Gewehrkugel mit bekannter Geschwindigkeit öffneten und schlossen. Dies ermöglichte es Lapicque, eine Beziehung zwischen Intensität und Zeit herzustellen und die Menge an elektrischer Ladung zu bestimmen, mit der eine neuromuskuläre Erregung ausgelöst werden kann. So definierte er auch Rheobase und Chronaxie (Kennzeit).
Die Ableitung der Eigenschaften des optimalen elektrischen Impulses, der Wirksamkeit, Unschädlichkeit und Komfort garantierte, war also bereits in der zweiten Dekade des 20.Jahrhunderts möglich, aber die elektronischen Teile, mit denen er erzeugt werden konnte, standen erst deutlich später zur Verfügung.