Der Riss des vorderen Kreuzbandes (VKB) des Knies gehört zu den häufigsten Unfällen in der Sporttraumatologie. Die VKB-Chirurgie entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten ständig weiter und hat besonders durch den Einsatz von arthroskopischen Techniken beträchtliche Fortschritte gemacht.
Die Wiederaufnahme einer sportlichen Aktivität erfordert zum einen eine ausreichende Festigkeit des transplantierten Sehnenstücks, das hohe mechanische Anforderungen erfüllen muss und zum zweiten eine gute aktive Stabilität des Gelenks.
Diese aktive Gelenkstabilität stellt an die Muskulatur die Anforderung teilweise sehr hohen Kräften so schnell wie möglich mit einem propriozeptiven Reflex entgegenzutreten. Eine der Operationsfolgen ist stets eine markante Quadrizepsatrophie, deren Behandlung eines der wichtigsten Ziele einer Therapie sein muss. Bei der Quadrizeps-Rehabilitation ist in den ersten 3 bis 4 Monaten die Arbeit in offener kinetischer Kette unbedingt zu vermeiden, da das unerwünschte vordere Schubladenphänomen der Tibia hervorgerufen werden kann, das während der Phase der Vaskularisation eine Gefahr für das Sehnenimplantat darstellen kann.
Das VKB-Programm ist speziell auf die besondere Problematik der Ligamentoplastie des VKB abgestimmt und bietet eine Sitzung mit verschobener Ko-Kontraktion. Die Stimulation beginnt mit der ischiocruralen Muskulatur (Kanal 1 und 2) und während diese weiterläuft, setzt die Stimulation des Quadrizeps (Kanal 3 und 4) ein, was jegliches Risiko eines unerwünschten vorderen Schubladenphänomens ausschließt.